bioenergie

Foto: Daniel Schwen (Wikimedia Commons)

Unter dem Begriff „Bioenergie“ versteht man die energetische Nutzung von Biomasse, der unterschiedlichste Rohstoffe, Technikpfade und Anwendungsbereiche umfasst. So kann Bioenergie beispielsweise aus folgenden „Rohstoffen“ gewonnen werden, die aus der Region oder über globale Handelsströme herkommen:

  • Holz aus der Forstwirtschaft
  • schnellwachsende Gehölze („Kurzumtriebsplantagen“)
  • eigens landwirtschaftlich angebauten Pflanzen (z.B. Mais, Weizen, Raps, Sonnenblumen)
  • biogene Abfall- und Reststoffe aus der Land- und Forstwirtschaft, Haushalten, Industrie

Biomasse wird in unterschiedlichen Aggregatzuständen zur Strom- und Wärmeerzeugung und zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt:

Fest: z.B. Scheitholz, Holzhackschnitzel und -pellets
Flüssig: z.B. Pflanzenöl, Biokraftstoff (Bioethanol, Biodiesel)
Gasförmig: z.B. Biogas, Biomethan

Etwa 60% der gesamten Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen wurde 2014 durch die verschiedenen energetisch genutzten Biomassen bereitgestellt. Hierbei stellt die Bioenergie im Wärmesektor fast 90%, im Bereich Strom ca. 30% und beim Verkehr glatt 100%. Im Jahr 2014 konnten somit durch die Nutzung von Biomasse rund 65 Mio. t Treibhausgas-Emissionen vermieden werden.

Bioenergie kann aufgrund seiner vielfältigen Rohstoffe und damit einhergehenden Umwandlungstechniken in allen energierelevanten Sektoren eingesetzt werden:

  • als Treibstoff im Verkehr (für Benzin-, Diesel-, Gas- und Elektrofahrzeuge)
  • zur Erzeugung von Heizwärme in Haushalten
  • zur Produktion und möglicher Kopplung von Prozesswärme und Strom in der Industrie

Traditionell spielt Holz bei der Wärmeversorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland die wichtigste Rolle. Insbesondere in Ein- oder Zweifamilienhäusern kommen Stückholz-, Hackschnitzel- oder Holzpelletfeuerungen zum Einsatz. Hierbei finden diese sogenannten „Kleinfeuerungsanlagen“ im Leistungsbereich zwischen 15 Kilowatt (kW) bis 1 Megawatt (MW) Verwendung.

Aber auch Siedlungen und Stadtteile können über ein Nahwärmenetz wirksam mit Heizkraftwerken versorgt werden, die mit Holzhackschnitzeln, Pflanzenöl oder Biogas betrieben werden. Hierbei macht man sich auch das Prinzip der „Kraft-Wärme-Kopplung“ zunutze, bei dem „nebenbei“ auch noch Strom erzeugt werden kann.

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